Mittwoch, 18. Mai 2011

#5- by the way

… mein Tag war doof! Stand heute bzw eigentlich schon Samstag so ziemlich zwischen zwei Stühlen. Kurze Vorgeschichte : Ich mache eine Krankenpflegeausbildung und bin seit 2 Wochen auf einer neuen Station eingesetzt.

 

Samstag im Frühdienst bekam ich dann live mit was es heißt,  mit seinem Job überfordert zu sein. Ein Arbeitskollege schrie einen etwas tüddeligen älteren Patienten an, der sich zum 3. Mal an diesem Tag seine Infusionsschläuche abgerissen hat und das endete jedesmal in einem ziemlichen Blutbad. Als ich die Mittagsrunde machte hab ich das halt gesehen, die Blutung natürlich sofort gestoppt und mit einer Kollegin das Zimmer wieder sauber gemacht. In der Zwischenzeit kamen auch die Angehörigen des Patienten, haben sie aber noch einen Moment vor die Tür gebeten, da wir den Patienten auchgewaschen haben. Die Kollegin verschwand dann und besagter Pfleger kam rein und schrie den Patienten in einer Lautstärke und einem Tonfall zusammen, dass eigentlich unser gesamtes Krankenhaus zu Staub zerfallen müsste. Dann kam die Tochter des Patienten rein, was ja auch absolut nachvollziehbar ist, würde jeder so machen wenn ein geliebter Mensch verbal so fertig gemacht wird, man bedenke vorallem das der Patient sowieso nie ganz orientiert war. Sie fragten den Pfleger dann ob er sich in seinem Beruf richtig aufgehoben fühle und was ihm einfallen würde so mit Patienten zu reden. Der Kollege meinte dann wirklich noch diskutieren zu müssen und die Tochter hat mich dann nach dem Namen der Stationsleitung gefragt, welchen ich ihr selbstverständlich auch gesagt habe und verschwand dann richtig sauer.

 

Habe dann nach dem Dienst noch mit meiner Praxisanleiterin ( sowas wie ein Lehrer für die praktische Arbeit auf der Station ) geredet, weil ich mich wirklich mies gefühlt habe und ich nunmal die einzige war die das alles mitbekommen hat. Sie war auch der Meinung das dieses Verhalten absolut inakzeptabel ist, klar, ist ja auch so.

 

Heute war dann die Pflegebereichsleitung auf Station, weil die Tochter des Patienten um ein Gespräch gebeten hat, ich musste dann auch nochmal alles schildern, hab ich natürlich auch alles ehrlich erzählt, stehe in der Situation absolut hinter den Angehörigen. Jetzt muss der Kollege demnächst zu einem Gespräch in die Pflegedienstleitung ( er hatte seit Sonntag frei ). Finde ich auch wirklich gut, dass solchen Sachen ernsthaft nachgegangen wird und die Angehörigen nicht nur beschwichtigt und vertröstet werden, aber irgendwie fühl ich mich als Verräter obwohl ich natürlich weiß, dass ich und die Angehörigen klar im Recht waren. Aber da bleibt ja auch noch mein Status als Auszubildene und ich hab Angst bei den restlichen Mitarbeitern und in späteren Einsätzen als Petze, Verräterin etc dargestellt und abgestempelt zu werden, vorallem da manche Stationen, wie ich leider selbst schon erfahren musste, einem die Ausbildung echt zur  Hölle machen können.

 

Habt ihr ein paar aufmunternde Worte für mich? ):

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